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Was, wann, wo?
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Thüringen stoppt lange Tiertransporte

Pressemitteilung vom 04.08.2020

Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband Thüringen begrüßen die Entscheidung des thüringischen Sozialministeriums, Transporte in Risiko-Länder außerhalb der EU-Länder nicht mehr zu genehmigen. Damit haben nun fast alle Bundesländer einen vorläufigen Stopp verhängt. Kritik üben die Tierschützer an Amtsveterinären, die die Transporte bisher weiter abgefertigt haben sowie an Zuchtverbänden und dem Bauernverband, die nun auf Umwege über andere EU-Staaten anstatt auf tierschutzgerechte Lösungen setzen.

„Es ist ein Erfolg für den Tierschutz, dass Thüringen nachzieht und die tierquälerischen Transporte nicht mehr genehmigt. Das ist auch ein wichtiges Signal in Richtung von Bundesministerin Julia Klöckner“, kommentiert Gerd Fischer, Vorsitzender des Landestierschutzverbands Thüringen des Deutschen Tierschutzbundes. „Es ist der Job von Klöckner, jetzt ein EU-weites Verbot dieser Transporte und die Überarbeitung der EU-Transportverordnung schnellstmöglich durchzusetzen“, ergänzt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Weil die aktuellen Verbote mit den fehlenden Versorgungsstationen auf der Ostroute begründet werden, warnt er davor, andere defizitäre Tierschutzaspekte außer Acht zu lassen: „Selbst, wenn bei den Versorgungsstationen nachgebessert wird, dürfen die Transporte in keinem Fall wieder rollen. Die langen Strecken sind eine einzige Qual, von den Bedingungen der Schlachtung in den Bestimmungsländern ganz zu schweigen.“

Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes ist es nicht nachvollziehbar, dass Tierärzte Langstreckentransporte in Risiko-Länder weiter abgefertigt haben, obwohl gemäß einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes von 2015 die Vorgaben der EU-Transportverordnung bis zum Ziel eingehalten werden müssen, was nachweislich nicht der Fall ist. Daher sei es zu begrüßen, dass die Länder – wenn auch spät – gehandelt haben. Unverständlich sei auch, dass Zuchtverbände und Bauernverband schweigen, anstatt sich aktiv für tierschutzgerechte Lösungen auszusprechen. Die vermeintliche „Lösung“, die Tiere jetzt über andere EU-Länder wie etwa Ungarn zu verschicken, bedeute Umwege und zusätzliches Leiden für die Tiere.