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Was, wann, wo?
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PM - 72 Welpen aus Transporter in Bayern beschlagnahmt Tierschutzbund beobachtet Anstieg des illegalen Welpenhandels

Pressemeldung vom 27.06.2022

Der Deutsche Tierschutzbund beobachtet mit Sorge, dass der illegale Handel mit Tieren weiterhin boomt. In der Nacht auf vergangenen Sonntag wurden 72 Welpen von der Grenzpolizei aus einem Transporter bei Waidhaus / Oberpfalz beschlagnahmt.

„Das gnadenlose Geschäft mit den Welpen läuft weiter – ohne Rücksicht auf das Wohl der Tiere“, sagt Dr. Romy Zeller, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Nach Angaben des Landesverbands Bayern des Deutschen Tierschutzbunds war der Großteil der bei Waidhaus beschlagnahmten Tiere unter 12 Wochen und damit zu jung für den Import nach Deutschland. Der Transporter war von der Slowakei unterwegs nach Portugal. Mehrere der Welpen verschiedener Rassen waren dehydriert und fast alle waren von Ektoparasiten befallen. Nach der Sicherstellung durch den Amtstierarzt werden die Tiere nun auf verschiedene Tierheime in Bayern verteilt, wo sie versorgt und aufgepäppelt werden.

Auswertung zeigt Anstieg des illegalen Welpenhandels

Der Deutsche Tierschutzbund wertet jährlich die Fälle von illegalem Heimtierhandel aus, die ihm bekannt werden. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die seit Beginn der Corona-Pandemie gestiegene Nachfrage nach Haustieren den illegalen Welpenhandel massiv beeinflusst und angetrieben hat. 2021 gab es im Vergleich zum Vorjahr nahezu eine Verdopplung der Fälle und der illegal gehandelten Hunde. Vergleicht man die Anzahl der Fälle und der betroffenen Hunde 2021 mit der Zeit vor der Pandemie im Jahr 2019, so haben sich diese sogar verfünffacht. Auch der illegale Handel mit Rassekatzenwelpen boomt.

Zuletzt, im Jahr 2021, wurden bei über 90 Prozent der 339 bekannt gewordenen Fälle von illegalem Heimtierhandel Hunde transportiert; 1.938 Hunde waren betroffen. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen. Meist sind die Tiere zu jung für einen legalen Grenzübertritt, häufig sind sie zudem in einem desolaten Gesundheitszustand. „Um die Problematik einzudämmen, müssten länderübergreifende Maßnahmen ergriffen werden – beispielsweise eine europaweite Verpflichtung zur Kennzeichnung und Registrierung der Tiere, eine Regulierung des Internethandels, verstärkte Aufklärung, vermehrte Kontrollen sowie härtere Strafen für Täter“, sagt Zeller. Da Tierheime, die beschlagnahmte Tiere aufnehmen, häufig auf den Kosten sitzenblieben, fordert der Deutsche Tierschutzbund außerdem gesetzlich bindende Regelungen zur Kostenübernahme.