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Was, wann, wo?
Was, wann, wo?

Informelle Tagung der EU-Agrarminister in Koblenz (30.8.-1.9.)

Pressemitteilung vom 31.08.2020

Tierschutz muss Priorität haben!

Anlässlich der informellen Tagung der EU-Agrarminister in Koblenz, hat der Deutsche Tierschutzbund der einladenden Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gegenüber klargestellt, dass der Tierschutz während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft Priorität haben muss. So müssten EU-einheitlich strengere Regeln für Tiertransporte eingeführt und Langstreckentiertransporte über acht Stunden verboten werden. Hinsichtlich der Debatte um ein europäisches Tierwohlkennzeichen ist es für den Deutschen Tierschutzbund essentiell, dass ein solches mit hohen Standards einhergeht, die weit über die europäischen Mindestanforderungen hinausgehen.

„Die katastrophalen Bedingungen auf den Tiertransporten in Drittstaaten sind lange bekannt. Frau Klöckner muss den informellen Rat nutzen, um sich ihren europäischen Kollegen gegenüber für ein Ende dieser tierschutzwidrigen Transporte auszusprechen“, fordert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Transporte lebender Tiere dürfen auch grundsätzlich nicht länger als acht Stunden dauern, auch innerhalb Europas. Über größere Entfernungen darf langfristig nur noch Fleisch befördert werden. So forderte es auch das EU-Parlament im Februar 2019.“

Trotz der schon oft dokumentierten Missstände werden nach wie vor Millionen Tiere aus der EU in Drittstaaten, etwa nach Nahost oder Nordafrika exportiert. Eine Umsetzung der EU-Transportverordnung von Beginn der Fahrt bis zur Ankunft am Ziel erfolgt in der Regel nicht. Damit wird konsequent gegen das Urteil des Europäischen Gerichtshofes von 2015 verstoßen. So finden die vorgeschriebenen Kontrollen in Drittländern nicht statt, Misshandlungen der Tiere sind alltäglich und Transportschiffe sowie LKW befinden sich oft in marodem Zustand. Auch die Art der Schlachtung in Drittländern entspricht in der Regel nicht den EU-Standards.

Tierwohlkennzeichen muss wirkliche Verbesserungen bringen

Auf der Agenda des Agrarrats steht neben den Tiertransporten auch die Einführung eines europaweit verbindlichen Tierwohlkennzeichens. Dieses muss aus Sicht der Tierschützer wirkliche Verbesserungen für die Tiere beinhalten. Schon in der untersten Stufe sollten daher tierwidrige Haltungssysteme und Manipulationen verboten sein und den Tieren ein ausreichendes Platzangebot, Strukturierung und Beschäftigungsmaterial sowie Außenklima zur Verfügung stehen. Ferner müssen tierbezogene Indikatoren erhoben werden, mit denen Rückschlüsse auf Gesundheit und Verhalten gezogen werden können. Mit der Einführung eines europäischen Tierwohlkennzeichens müssten zudem auch strenge Anforderungen an Zucht, Transport und Schlachtung festgelegt werden.